• Katharina Siebert

Unterwegs mit dem Kleinen

Warum wir uns ab und an Zeit zu Zweit gönnen sollten


Wir haben 2 Kinder. Die beiden sind ziemlich genau 2 Jahre auseinander. Die ersten beiden gemeinsamen Jahre ging es bei uns ganz schön trubelig zu. Wie das eben so ist, im Familienleben. Und auch der "Große" war mit 2 Jahren noch sooo unfassbar klein und gleichzeitig erschien er mir damals natürlich riesig und aus der Babyzeit herausgewachsen.


Faktisch hatte ich immer ein Kind auf dem Arm, eins hatte ständig die Hosen voll, ab 17:00 Uhr waren die Kinder vollkommen k.o. und nach der Einschlafbegleitung waren wir es auch.


Was wir immer gut geschafft haben und schaffen, war es, Zeit für uns als Paar und jeder für sich zu haben. Und wir hatten oft den Fokus auf dem älteren Kind: Sehen wir ihn noch ausreichend? Steht er zu viel hinten an? Nehmen wir uns Zeit alleine mit ihm? Und auch das ist uns gut gelungen.


Nachdem die schlimmste Corona-Welle dann vorbei war habe ich gemerkt, dass "der Kleine" auf einmal 4 Jahre alt ist und mir ist zum ersten Mal richtig bewusst geworden, dass er noch nie in den Genuss der alleinigen Aufmerksamkeit gekommen ist. Alles machen wir irgendwie zusammen. Er ist ja auch quasi in das Familienleben hineingeboren worden, kannte keine "Exklusivzeit" und geniesst es in vollen Zügen, wenn alle da sind und er mittendrin. Und in mir wuchs das Bedürfnis, mal ganz alleine Zeit mit ihm zu verbringen. So, wie es mit dem Großen für mich viel selbstverständlicher ist.


Voller Enthusiasmus erzählte ich ihm von dem Plan und seine Reaktion war erstaunt bis ablehnend: "Ohne meinen Bruder will ich nirgends hinfahren". Ich ließ mich von meinem Vorhaben jedoch nicht abbringen und gab ihm 3 unterschiedliche Ideen zur Auswahl und kurzerhand fuhren wir 4 Tage ins "Bulli-Wochenende".



Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Aus unfassbar vielen Gründen:

  • Mein Bedürfnis war es, Zeit alleine mit diesem Kind zu verbringen,

  • der Große hatte Zeit mit seinem Vater ohne Rücksicht nehmen zu müssen,

  • der Kleine hat noch mal auf einer ganz anderen Ebene erfahren, dass er gesehen ist.


Wie oft entscheidet der große Bruder und der Kleine folgt, weil er seinen großen Bruder total vertrauenswürdig und mega stark findet... Nun durfte / musste er ganz für sich alleine überlegen:

  • Was will ich gerade?

  • Was macht mir Freude?

  • Was macht mir Mühe?

Und dem Gefühl konnte er ganz ohne Zeitdruck nachgehen und ich konnte mich erstaunlicherweise gut darauf einlassen.


Ich habe unseren jüngeren Sohn noch mal ganz anders erfahren dürfen:

  • Wir haben wirklich stundenlang Uno im Bulli gespielt - ich wusste nicht mal, dass er das schon kann.

  • Wir waren draußen bis es dunkel wurde und er auf der Wiese eingeschlafen ist.

  • Wenn wir k.o. waren, kam nicht der Große, der noch weiter wollte. Nein, wir waren dann einfach k.o. und haben uns gesetzt, wo wir vorher standen.

  • Es war herrlich gemütlich zu zweit im Dach des Bullis morgens in den Tag zu starten.



MEIN FAZIT: Das war eine der besten Entscheidungen in diesem Jahr und ich werde es als festen Bestandteil unsere Familienlebens etablieren mit allen beiden jeweils ein verlängertes Wochenende pro Jahr alleine zu verbringen.

Diese Verlangsamung nur zu zweit war für mich echt herausfordernd, aber unbezahlbar. Ich habe ganz viele neue Seiten an meinem jüngeren Kind entdeckt, weil er viel mehr Raum zu Verfügung hatte, diese zu zeigen. Und das wirkt natürlich nun in unserem Alltag nach. Was mich total freut.





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